Anthologien

https://www.amazon.de/Zauber-Auge-M%C3%B6wen-Klaus-St%C3%B6rtebeker-Haus-Neuharlingersiel/dp/3939211176/ref=sr_1_5?ie=UTF8&qid=1518705848&sr=8-5&keywords=janina+michl

 

Vom Zauber im Auge der Möwen:
Literarische Begegnungen mit Ostfriesland

Enthält „Sehnsucht“ und „Einsamenkeit“
Geschrieben in der Autorenresidenz Klaus-Störtebeker-Haus in Groß Holum/Neuharlingersiel 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausgewählte Stipendiaten-Texte, vö 2018

Enthält die Kurzgeschichte „Das Lechzen meiner Hoffnung“
Das Arbeitsstipendium erhielt ich 2017 für einen Textauszug aus dem Roman „Bis zum Hals“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mit Sprache über Sprache:
Beiträge zum Landschreiber-Wettbewerb 2013

Enthält die Kurgeschichte „Herr Schmidt“
Förderpreis des Landschreiber-Wettbewerbes

 

 

 

 

 

 

 

 


Wir sind Dichter: Athmer Lyrikpreis 2013

Enthält das Gedicht „Hereinlassen“
1. Platz Jugendpreis

 

 

 

 

 

 

 
Macht: CARE Schreibw
ettbewerb 2018

Enthält den Text „Trag die Pfütze zum Ozean“
Nominiert

 

 

 

 

 

 

 

 


Sprache und Seinskategorien:
Beiträge zum Landschreiber-Wettbewerb 2017

Enthält die Kurgeschichte „Zuflucht eines Bruchstücks“
Förderpreis des Landschreiber-Wettbewerbes

 

 

 

 

 

 

 

 


Mut und Zuversicht statt Ablehnung und Hass: 14. Schreibwettbewerb der Buchhandlung Wekenmann 2017

Enthält die Kurzgeschichte „Fremde“
2. Platz in der Altersklasse 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Reisegeschichten: A. E. Johann-Preis 2013

Enthält die Kurzgeschichte „Zur Schattenmühle“
1. Platz in Altersklasse 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Lyrik bringts:

Preisträger des Jugendlyrikpreises Stuttgart 2007-11

Enthält die Gedichte „Zeit“ und „the perfect fake“
4. Platz im Jahr 2010

 

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Kurzgeschichte: Fremde

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Konzentrierte Janina beim Vorlesen. (Foto: Wekenmann)

Im November 2017 durfte ich die folgende Kurzgeschichte auf der Preisverleihung des Schreibwettbewerbes Wekenmann vortragen. Sie teilt sich den zweiten Platz in der zweiten Altersgruppe und ist unter dem Motto „Mut und Zuversicht statt Ablehnung und Hass“ entstanden.

Ein Film vom ZDF über den Wettbewerb … sogar mit kurzem Statement von mir:

 

Fremde

Sie zwingt sich, tief durchzuatmen. Sich nichts anmerken zu lassen, das ist das Wichtigste. Alles gut. Es ist alles gut! Das wiederholt sie im Geiste solange, bis sie es sich selbst nicht mehr glauben kann, das Herz klopft zu verräterisch laut. Fast fürchtet sie, er könne es hören. Dabei ist er noch mindestens vier Meter entfernt. Mindestens. Oder?
Der Kopf zuckt, aber sie widersteht dem Drang sich umzudrehen, sie hat keine Ahnung, wie weit er tatsächlich noch entfernt ist. Alles, was sie von ihm besitzt, ist ein Augenwinkelbild.
Er war gleichzeitig mit ihr, nur von der anderen Seite her, zur breiten Treppe eingebogen, da hat sie einen Blick auf ihn erhascht, um kurz nach acht in der Dämmerung des beginnenden Herbstes. Aber draußen ist es noch warm, Wetter und Jahreszeit haben lange den Bezug zueinander verloren, und sie trägt deshalb nur einen weiten Rock, lang zwar, aber dennoch: ein Rock. Er stattdessen trägt einen Bart, einen buschigen, daran erinnert sie sich auf jeden Fall. Und er wirkte kräftig. Aber im Vergleich zu ihr wirken alle Männer kräftig.

Parallel zueinander, aber mit großem Abstand, waren sie gemeinsam Stufe um Stufe die Treppe hinunter gestiegen. Sie hatte sich in diesen Momenten noch keine Gedanken über seine Statur gemacht, denn sie war sich sicher gewesen, er würde links zum Bahnsteig in die Gegenrichtung abbiegen und sie nach rechts, und das wäre das Ende ihres gemeinsamen Stück Weges gewesen.
Sie blickt sich unmerklich um, ohne den Kopf dabei zu bewegen. Irgendjemand, irgendwo? Aber der Bahnsteig ist menschenleer. Keiner da. Der sie sehen oder hören würde. Ihre Finger verkrampfen sich um die Rucksackträger, angestrengt lauscht sie und versucht einzuschätzen, wie weit er noch von ihr entfernt ist. Die anderen haben sie gewarnt.
Es sind zu viele Fremde hier! Und du kennt diese Menschen doch gar nicht, du weißt absolut nichts über sie! Das haben sie gesagt. Aber das war ihr egal bisher, sie ist im Grunde überzeugt davon, dass alle Menschen einander friedlich gesonnen sind, selbst wenn manche von ihnen das ganz tief ihren Herzen vergraben haben. Sie ist zu naiv! Schon immer gewesen. Denn, wenn man ganz links auf einer Treppe läuft, dann will man doch auch nach links abbiegen, das ist logisch. Und der Mann ist auch erst einen kleinen Schritt nach links gegangen, aber anschließend hat er zu ihr herübergesehen, ganz offenkundig, und ist stehengeblieben. Als sie dann nach rechts abbog, die letzte Treppe zum Bahnsteig hinunter, irgendwie beunruhigt wegen des musternden Blickes, ist er ihr plötzlich gefolgt. Sie weiß es, weil neben den Gleisen, auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig, niemand aufgetaucht ist. Sie weiß es, weil sie seither seine Schritte in der Lautlosigkeit einer abendlich verlassenen S-Bahn Haltestelle hinter sich hören kann.

Ärgerlich beißt sie sich auf die verkniffenen Lippen, warum hat sie vorhin nicht genauer auf ihn geachtet? Alles, was sie noch weiß, ist, dass der Bart vom selben Schwarz wie die Haare waren und nur ein ausgewaschenes T-Shirt über der sonnenbraunen Haut lag. Dabei ist es Mitte September, verdammt! Da sollte es in Deutschland kälter sein. Und wenn es schon kälter gewesen wäre, wäre sie auch bestimmt nicht mehr im Rock losgezogen, um mit ihrem Bleistift den Stadtrand auf einem Blatt Papier einzufangen, weil sich das Leben mit Augen und Fingern so viel besser begreifen lässt. Und dann hätte sie die vielen vergangenen Stunden auch nicht erst bemerkt, als es zum Zeichnen schließlich zu dunkel geworden war.
Vielleicht hat der Mann sich einfach in der Richtung geirrt, vielleicht folgt er mir gar nicht, redet sie sich leise ein, aber in diesem Augenblick macht er ein Geräusch hinter ihr, etwas zwischen Räuspern und Husten.
Pass auf, haben die anderen ihr gesagt, pass auf! Du bist erst zwanzig, du bist schmächtig, du bist eine Frau – und diese Leute sind dir in der Mentalität vollkommen unbekannt, die sind in einer ganz anderen Kultur aufgewachsen als du! Du kannst nicht wissen, wie sie dich behandeln werden, du weißt nicht, welche Geschichte das Leben ihnen geschrieben hat!
Nein, das kann sie nicht wissen. Alles nicht. Ihre Angst macht die Finger schwitzig, sie rutschen von den Rucksackträgern. Die Schritte verschnellern sich, sie kann es nicht mehr verhindern. Und dann sagt er etwas. Hinter ihr, laut. Es ist eindeutig an sie gerichtet, und diese unverständlichen Worte sind der Schubs, auf den ihre Angst nur gewartet hat. Vorbei ist es mit aller Selbstbeherrschung, sie will zu einem Sprung nach vorn ansetzen, aber zu spät, sie spürt schon seine Hand auf ihrer Schulter.
Schrei!, verlangt sie von sich selbst, aber sie schreit nicht. Dafür reißt sie sich mit einem heftigen Ruck los, es ist erschreckend einfach, und bevor sie sich das überhaupt vornehmen muss, rennt sie bereits um ihr Leben. Dabei rennt sie in ihrer Panik an der Treppe am anderen Ende des Bahnsteiges vorbei und rennt noch das letzte Stückchen weiter, bis sie endlich merkt, dass sie in einer Sackgasse gelandet ist.

Warum hat sie nicht auf die anderen gehört? Sie vertraut zu viel, viel zu viel, ich bin schrecklich naiv, schimpft sie sich selbst, als sie vor der Mauer zum Stehen kommt und ihre einzige Fluchtmöglichkeit der Aufzug ist, der zu lange brauchen wird. Der Mann wird sie schon fünfmal erreicht haben, bis der Aufzug bei ihr ankommt, und trotzdem drückt sie wie verrückt auf die Taste, sie muss es wenigstens versuchen! Voller Angst dreht sie sich um, bereit sich gegen den Fremden zu wehren, bereit mit allen Mitteln zu… oh.
Er steht noch dort hinten.
Dort, wo er sie angesprochen hatte.
Er ist ihr seither gar nicht weiter gefolgt. Dafür hat er die Hände entschuldigend gehoben und schüttelt wild den Kopf. Er ruft wieder etwas in seiner fremden Sprache, die sie nicht versteht, und macht jetzt sehr vorsichtige Schritte auf sie zu. In seinem Gesicht kann sie dieselbe Verwirrung lesen, die mittlerweile in ihrem steht. Warum ist er ihr nicht weiter gefolgt, wenn er … wollte er gar nicht …? Sie ringt mit sich. Was will er dann von ihr? Hat er vielleicht ein Problem? Nein, schon wieder! Die anderen sagen ihr immer wieder, dass sie zu naiv ist, sie vertraut zu viel … Aber was, wenn er wirklich ein Problem hat?

Der Mann macht keine weiteren Schritte mehr, sondern steht nur noch wartend da, um sie nicht wieder zu verschrecken. Zum ersten Mal hat sie Zeit, ihn richtig anzusehen.
Er dürfte kaum älter als sie selbst sein, bemerkt sie, und die Aufzugtüre öffnet sich. Nur ein Schritt. Sie würde im Aufzug zurück an die Erdoberfläche fahren und wäre viel schneller verschwunden, als er die Treppen wieder hinaufrennen könnte. Pass auf, haben die anderen gesagt, und sie stellt unwillkürlich einen Fuß hinter sich in die Türe, um sie am Schließen zu hindern. Noch einmal blickt sie ihn an, kann in seinen Augen weder Aggressivität noch eine Forderung entdecken.
Nein, denkt sie dann, also vielmehr: Ja.
Nein, so wie er da steht, kann sie nicht mehr glauben, dass er ihr aus böser Absicht gefolgt ist, sondern ja: Sie will vertrauen. Vorsichtig macht sie einen Schritt auf ihn zu, ein Schritt, der gegen alles geht, was sie ihr gesagt haben. Halte lieber Abstand von denen, sei vorsichtig! Zaghaft überläuft sie all diese Worte, eines nach dem anderen.
Sehr leise fragt sie ihn dann, ob er Hilfe braucht, aber er kann sie genauso wenig verstehen wie sie ihn. Stattdessen deutet er auf ihren Rucksack. Was will er denn mit …? Etwas irritiert nimmt sie ihn von den Schultern.
Und versteht.
Er ist offen. Die zusammengeknäulte Jacke hängt bereits heraus, der Zeichenblock droht ebenfalls zu fallen. Es ist der Reißverschluss, der endgültig den Geist aufgegeben hat.
Da streckt der junge Mann ihr noch etwas anderes entgegen. Ihren Bleistift.
Jetzt ist sie es, die den Kopf schüttelt, während im Hintergrund eine blecherne Stimme etwas ankündigt. Keinen Augenblick später kann man das nahende Grollen eines Zuges aus der Tiefe des Tunnels vernehmen.
Es tut mir leid, denkt sie so laut wie möglich, damit er es vielleicht hören kann. Der Zug kommt quietschend zum Stehen und der Mann deutet ein Abschiedsnicken an, er muss wohl auf den anderen Bahnsteig. Gerade will er sich von ihr abwenden, da legt sie ihm die Hand auf den Arm, die Türen der S-Bahn öffnen sich. Sie kann noch nicht viele Worte deutsch, aber das eine weiß sie schon: »Danke.«

Liebe Welt, mein Kind, was liegt dir am Herzen?

Politik: Dem Herzen der Welt lauschen
Ein Spaziergang, ein guter Freund und eigentlich nur paar Gedanken zur Koalitionsbildung haben mich am heutigen Sonnenssamstag zu folgendem Satz verleitet: „Die Welt ist doch auch nur ne große Familie.“
Und mit diesem Satz ist ein Bild entstanden, das ich gerne einmal wörtlich auseinander pflücken mag.

Dazu gestalten wir die Außenpolitik ein wenig anschaulicher und behaupten: Jedes Land ist ein Mensch. Und übertragen das Ganze auf die Innenpolitik: Jeder Mensch besteht aus ner Menge innerer Stimmen.
Jedenfalls, wenn man Hesse Glauben schenkt, was ich zugegebenermaßen ziemlich gerne tu. Wir folgen auch mal der Idee des „inneren Teams“ von Schulz von Thun und stellen uns vor, alle diese Stimmen sitzen an einem Tisch und diskutieren über irgendeine Entscheidung. Und ja, da geht dann so einiges ab. Manche Stimmen fühlen sich benachteiligt und ringen um Emanzipierung, andere pöbeln rum, manche weigern sich einfach mitzuentscheiden und manchmal fühlt der Mensch als Ganzes sich so sehr bedroht von irgendwas, dass die innere Meinungsmache etwas arg extrem in eine (un)rechte Richtung ausschlägt. Denn wir dürfen über all dem schließlich nicht vergessen, dass unsere inneren Stimmen keinesfalls unberührt von der äußeren Welt sind, weil …

Alles beeinflusst alles beeinflusst alles beeinflusst alles beeinflusst
Deshalb könnten wir allein darüber gut und gerne ein paar Jahre streiten, inwieweit der Mensch überhaupt selbstbestimmt entscheidet. Aber weil das zu weit abschweifen würde, halten wir einfach mal fest: Schon die Entscheidungsfindung eines einzelnen Menschen ist eine durchaus komplizierte Angelegenheit. Eben weil man irgendwie all seine Empfindungen, Wünsche, Gedanken, Ängste – und wer immer da sonst noch bei einem mit am Tisch hockt – unter einen Hut bringen muss. Dementsprechend ist jede getroffene Entscheidung ein Kompromiss von mehr oder minder bewusst oder unbewusst miteinbezogenen inneren Anteilen.

Und das, finde ich, lässt sich ganz wunderbar auf eine Landesregierung übertragen. In Deutschland darf sogar jeder, der will, tatsächlich eine Stimme abgeben und dann wird so fair wie möglich versucht, das in den Entscheidungsfindungen unseres Landes widerzuspiegeln. Das dabei auch ne Menge unter den Tisch fällt und schief läuft, spricht eigentlich nur für die Menschen–Metapher …

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Ich mag Blumen. Und ja, das ist wichtig fürs Thema.

Jedenfalls haben wir im Endeffekt einen Haufen Länder, die alle gemeinsam in einem Boot sitzen. Nennen wir dieses Boot nun einfach mal Welt. Und nennen wir das Universum Wasser, dann ist es sogar noch hübscher.
Klar, wir haben zwar ein paar imaginäre Linien durch den Sand gezogen und grenzen uns anhand derer nun mit hinreißend albern-ernster Verbissenheit voneinander ab, aber mal ehrlich … das ist doch in der Realität einfach nur

Bullshit.
Nicht die Idee, einzelne Erdteile unterschiedlich zu organisieren. Aber zu glauben, wir wären deshalb tatsächlich getrennt voneinander. Nein, unsere Länder werden einander nicht los, egal wie sehr sie sich auch gegenseitig ärgern oder doof finden mögen. Und so kam ich überhaupt erst zu diesem überaus logischen Schluss: Na, ne Familie eben!
Ein bisschen ist das ja auch normal bei Geschwistern und Verwandten, oder? Wir sind Menschen, da wird sich gegenseitig auch mal die Köpfe eingeschlagen, gerade dann, wenn man zu viel Zeit in einem engen Boot miteinander verbringt. Und wir sind nun mal keine jemals fertigen Wesen, sondern stecken bis zu unserem Lebensende in einem andauernden Entwicklungsprozess (fest), der aus den kleinen Kindern manchmal größere Kinder macht.

Aber genau an dem Punkt möchte ich einhaken und zumindest mir selber Mut machen, denn was mir beim Spazierengehen dann klargeworden ist: Hey, in unseren Familien gibt es auch kleinere und größere Kinder, und wir als Familie (und auch als Menschheit) kriegen es doch trotzdem hin, miteinander als unterschiedlich weit entwickelte Individuen umzugehen – wir ziehen die Kinder groß, ohne ihnen ihren Seinszustand „Kind“ absprechen zu müssen und wir kommen mit Pubertierenden klar, obwohl sie vielleicht ab und zu ein bisschen arg nerven beim Rebellieren, wir haben Nachsicht mit der älteren Generation und versuchen auch als sogenannte „Erwachsene“ irgendwie miteinander klarzukommen.
Sagt nichts, natürlich läuft auch da nicht alles rund, aber im Großen und Ganzen: Kriegen wir es verdammt noch mal auf die Reihe! Sonst gäbs ja jetzt keine Menschheit mehr. Und das ist doch geil! … Also, dass wir das hinkriegen mit dem „miteinander umgehen“.
Weil das für mich im Umkehrschluss auch heißt: Es gibt einen Weg, alle Länder (in welchem Entwicklungszustand sie sich auch immer gerade befinden mögen) irgendwie einigermaßen friedlich miteinander zu koordinieren. Es. Gibt. Ihn!
Was für mich ein sehr befreiender Gedanke ist, weil ich bisher öfter mal daran gezweifelt habe. Aber wenn Familienfrieden möglich ist, dann ist auch Weltfrieden möglich.

Vom Mikro ins Makro ins Mikro
Zuletzt können wir diesen Faden nun wieder von hinten aufrollen – denn wenn die Welt eine Familie ist und jedes Land ein Mensch, der zur Familie gehört, und jeder Mensch im Land eine Stimme ist, und ich ein Mensch bin, der voller Stimmen ist … bin ich nicht dann auch irgendwie die Welt? Vielleicht ist die Welt eigentlich ein völlig homogener Stimmen-Eintopf und wir checken es nur nicht, ja – vielleicht ist die Aussage: „Ich bin die Welt“ im Ganzen doch viel weniger narzisstisch, als sie klingt, wenn die Welt auch ich sein darf.

Und wenn ich mich selber so angucke und bemerke, wie ich durch mein Leben wurschtel und mein Bestes gebe, einigermaßen gute Entscheidungen zu treffen – dann versteh ich auch ein wenig besser, dass es vermutlich gar nicht so einfach für ein ganzes Land ist, sich selber zu koordinieren (von der großen Weltenfamilie mal ganz abgesehen). Und dann könnte ich ebenso vermutlich auch die Eingangsfrage umdrehen und mich selber fragen:

Liebes Herz, mein Kind, was liegt dir an der Welt?
Und es wäre vielleicht sogar die gleiche Frage. Und damit beende ich all diese Überlegungen mit zwei vorläufigen Faziten, von denen eins ne auf ihnen basierende Frage ist:

Erstens: Wie kriegen wir es als Weltenfamillie auf die Reihe, uns miteinander zu koordinieren, ohne den einzelnen Ländern ihre jeweilig momentanen Entwicklungsstadien abzusprechen?
Zweitens: Ob die Welt sich wohl auf die Reihe kriegt, wenn ich mich selber auf die Reihe krieg?

Ups, jetzt warens zwei Fragen. Na ja, macht nix. Zum Abschluss hab ich noch mehr geistigen Input in petto, mit einer analogen Idee von einem ziemlich coolen Typen, tadaa:

Maaz:

„[…] Wenn ich die gegenwärtige Demokratie auch als eine normopathische Gesellschaft beschreibe und begreife, dann ist es ganz wichtig, dass man die großen Werte einer demokratischen Gesellschaft – also Demokratie an sich, aber auch Freiheit und Liberalität – nicht nur als äußere Werte begreift, sondern eben auch als innerseelische Fähigkeiten und Möglichkeiten.
[Fähigkeiten] Die natürlich eingeengt sind, wenn wir Selbststörungen haben, wenn wir in der Folge der eben aufgezählten Selbststörungen eben nicht zum demokratischen, zum freiheitlichen und liberalen Verhalten innerseelisch in der Lage sind.“

„Es geht auch darum, wie ich selbst in Würde lebe und überlebe, mit den Menschen, mit denen ich zusammenlebe. […] Dort geht es immer darum, dass ich bemüht bleibe, meine eigene Selbstentfremdung zu überwinden und zu erkennen.
Also im Grunde genommen hätten wir unsere Vergangenheit erst dann bewältigt, wenn jeder Antwort findet darauf: ‚Wo bin ich Nazi?‘ oder: ‚Wo bin ich narzisstisch? gierig, konsumsüchtig … und betreibe [so] diese narzisstische Gesellschaft mit?‘
Erst wenn ich Antworten darauf finde, wo das bei mir sitzt, wie ich damit umgehe, wie ich es zu regulieren lerne – dann gibt es eine Chance, dass ich wenigstens selbst zu einem Stück ehrlicheren Leben finde … und ja, wenn’s viele tun, dann hätten wir schon viel gewonnen.“

Normopathie = Persönliche Fehlentwicklung, die von der Mehrheit getragen wird

Liebes Schreiben

Danke für deine eindringlichen Worte! 

Du hast völlig recht, es ist höchste Zeit, die Nase zur Sonne zu strecken, sich rauszutrauen und mal wieder was zu wagen! Und wenn sogar der Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg davon überzeugt ist, wie sollte ich es nicht sein?

Lange genug hab ich im Dunkeln gesessen und daran rumgebastelt. Solange gegossen, bis es keimte und weitergepflegt, bis ein Pflänzchen daraus geworden ist. Mich von einer Korrekturschleife zur nächsten gehangelt, bis Wurzeln geschlagen waren und dann den Durchbruch geschafft. Raus aus dem ewigen Erdreich, rein ins Leben!
Damit der neue Roman sich im Licht sonnen kann, bis er blüht und Früchte trägt:

 „Bis zum Hals“

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Meilensteine

Juli 2018 Eins minus Pi mal Null hoch unendlich: Arg viel klüger bin ich vielleicht nich, aber immerhin das Abi hab ich. Jetzt. Voll schön. Ab nach Esslingen und Soziale Arbeit studieren!

Dezember 2017 Uraufführung Theaterstück „Licht und Schatten“

November 2017 2.Platz Schreibwettbewerb Wekenman (Altersgruppe 2)

Juli 2017 Trance Tanz Presenter Training bei Veit Lindau

Juni 2017 Veröffentlichung des Romans „Bis zum Hals“

Mai 2017 Arbeitsstipendium des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg für das Manuskript „Bis zum Hals“

Dezember 2016 selbst verfasstes, geprobtes, organisiertes und schließlich uraufgeführtes Theaterstück in Stuttgart

Februar 2016 1. Platz Förderpreis des vierten Landschreiberwettbewerbs

Februar 2015 1. Platz Förderpreis des dritten Landschreiberwettbewerbs

Oktober 2013 AE-Johann Preis (1.Platz in Altersgruppe 2)

Juni 2013 Jugendpreis des Athmer Lyrikpreises in Arnsberg (1.Platz)

Februar 2013 1. Platz Förderpreis des ersten Landschreiberwettbewerbs

Dezember 2012 Finale von „Mach dein Ding gegen Rechts“

Juni 2010 4. Platz beim Stuttgarter Jugendlyrikpreis

Wie hart kann man eigentlich zweifeln?

Liebe Janina,

wir müssen reden. Unsere Beziehung funktioniert so nicht. Ständig zweifelst du meine Daseinsberechtigung in deinem Leben an. Wie soll ich mich mit dir gut fühlen, wenn du dir alle zwei Minuten wieder unsicher darüber bist, ob wir beide überhaupt zusammenpassen? Du behauptest zwar, dass du mit mir fliegen willst, lässt dich aber von einem Atemstoß des Gegenwindes bereits umpusten.

Doch Beziehungen sind Pflanzen, sie sind wie alles andere Lebendige auf diesem Planeten auch: auf eine gewisse Kontinuität angewiesen. Ohne sicheres Fundament kann es niemals Spielraum und auch kein freies Entwicklungsfeld geben. Die ständigen Beben deiner Zweifel begraben jedes zarte, hoffnungsvoll grüne Stängelchen direkt wieder unter einer fetten Staubschicht der Niederlage, versenken es im ewigen Erdreich der Möglichkeiten. Dort bleibt es ein Könntewäremöglichvielleichtspäter. Natürlich, was man nicht hat, kann man nicht verlieren, was man nicht großzieht, kann nicht zerstört werden. Außerdem muss man sich dann niemals fragen, ob man nicht vielleicht lieber einen anderen Baum gepflanzt hätte, sagen wir eine Araucaria araucana, eine Andentanne. Klingt ja auch viel aufregender, als: Buche. Dann muss man auch garantiert keine Wachstumsschmerzen ertragen und vor allem niemals Höhenangst, falls das mit dem Wachsen tatsächlich geklappt hätte.
Aber ich hoffe, du weißt, der Preis deiner Unbeständigkeit ist das dunkle Träumerdasein unter der Erde. Da kann man sich zwar gefahrlos ausmalen, wie farbenfroh die Welt da draußen wäre, doch mit allen Sinnen erfahren wird man sie nie. Davon mal abgesehen, gibt es da unten die Wühlmäuse der verpassten Chancen. Am Anfang nagen sie vielleicht nur ein bisschen an dir, wenn sie leise nachfragen, was gewesen hätte sein können, wenn du damals nur mal noch einen Schritt weiter gegangen wärest … doch ich verspreche dir, eines Tages wirst du völlig zerfressen von ihnen sein. Natürlich kannst du hier trotzdem im Dunkeln sitzen bleiben, das ist deine Entscheidung, denn:

Ja, du bist ein geistiges Wesen, ein Stück Stille, und in der Stille nicht mal mehr ein Stück, sondern ein Ganzgewordenes mit allem anderen um dich herum. Aber nein, du bist eben nicht nur Geist, sondern: Ja, du bist ein körperliches Wesen.
Im Atombausetzkasten der Welt zusammengebastelt, nach physikalischen Gesetzen geformt und mit all dem Pipapo, den dein Verstand so gerne in allen Einzelheiten zerpflückt, nur, um dann doch niemals aufzustehen und tatsächlich loszugehen.

Ja. Auch Zweifel haben ihre Daseinsberechtigung, wenn sie ein konstruktives Be-Denken sind. Es ist wichtig, sich kritisch damit auseinanderzusetzen, ob sich das Zusammenleben für einen noch stimmig anfühlt, oder ob man es vielleicht verändern oder gar aufgeben muss. Aber deine Unschlüssigkeit, liebe Janina, das ist kein produktives Hinterfragen, sondern einfach derb langweilig gewordenes Beziehungsdrama – ständig erstickst du unsere Saat im Keim!

Wenn du fremde Prachtbäume dazu benutzt, unseren kleiner zu reden, als er ist.
Wenn du dich nach verblühter Vergangenheit umdrehst und dir die Zukunft ausredest.
Wenn du plötzlich zu träge zum Gießen bist und alles Entstandene vertrocknen lässt.
Wenn dir die Gegebenheiten ständig nicht mehr passen, du das ganze Pflänzchen aus der Erde reißt und woanders versucht, wieder reinzustecken.
Wenn du bei jedem Missgeschick den Mut verlierst und über alles drüber trampelst.
Wenn du dich nach den Beschnittwünschen der anderen richtest und dann alles kurz und klein schnippelst. Und dann behauptest, dass du halt einfach nicht gärtnern kannst.

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Gut, wenn du dir das alles einreden magst, ist das deine Sache – nur, hör dann auf, uns beide zu sabotieren und lass mich in Ruhe. Für mich ist so ein künstlich kleingehaltener Bonsai einfach nichts. Ich wünsche mir einen richtigen Baum, den wir gemeinsam großziehen. Eine simple und solide Buche. Damit ich eines Tages in dieser Baumkrone sitzen kann und mich darin vom Wind bewegen lassen und glaub mir, das Gefühl kommt dann schon ziemlich nah an Fliegen ran. Ich wünsche mir die schwindeligen Höhen der Freiheit und die frischeste Entwicklungsluft, einen breiten Stamm zum Anlehnen, ich wünsche mir ein zweifelfestes Blätterdach. Und ich wünsche mir ein Beziehungsgeflecht mit starken Ästen als Grundfesten der kreativen Entfaltung des Detailverzweigten, denn es will sich endlich ausbreiten und kleine Früchte tragen.

Und wir beide, wir gehören natürlich zusammen, wenn wir nur beide überzeugt davon sind! Das Leben hat diese enorme Anziehungskraft zwischen uns garantiert nicht geschaffen, damit wir an ihr scheitern. Sondern, um sie zu meistern.
Also, bitte. Du willst wirklich mit mir fliegen?
Dann werde bodenständig.

Denn ohne Baum kann es auch keine Buch-Eckern geben.

In Liebe,
dein Schreiben

Blödsinn

Blödelei für Jonas.
In jedweder Hinsicht.

Blödsinn ist das halbe Leben, wenn die andere Hälfte aus Unsinn besteht. Manchmal beschleicht mich auch der Wahnsinn, aber der weigert sich, prozentual ausgedrückt zu werden. Er nistet lieber zwischen den Lücken der grauen Zellen und brütet eine Schnapsidee nach der anderen aus.
Aber ist das schon Blödsinn,

wenn man sich Ringe ansteckt und dadurch heiler fühlt,
wildfrei Leute anspricht, weil man Menschen gerne mag,
oder um Mitternacht in einen See springt.
Wenn man sich dafür entscheidet, dass immer alles gut ist,
einfach so, weil man das glauben mag,
wenn man sich dem Universum in die Arme schmeißt und sagt:
Ja bitte, hier bin ich. Ich habe keine Ahnung, führe du mich.
Wenn man Küsse wie Flyer verteilt auf denen Freude steht und
seinen Gedanken weniger Bedeutung beimisst als der Intuition.
Wenn man Launen niederringt und einen Schatz in der Disziplin findet,
wenn man weitermacht, obwohl es keine Garantie auf den nächsten Moment gibt,
aber man das Ängstliche im Menschenwesen tatsächlich zu lieben gelernt hat
und seinen Schmerz umarmen kann wie ein kleines Kind.

Ja, vielleicht ist das ein bisschen blödsinnig,
sich mit Todesangst auf eine Schienenbahn zu schnallen, nur um siebzig Meter in die Tiefe zu stürzen (und Spaß daran zu finden).
Die ganze Nacht zu vertanzen, bis man nur noch eine Stunde Schlaf übrig hat und danach auf große Reise geht.
Oder die Schule gegen einen Traum einzutauschen.
Beim romantischsten Lied einen Lachanfall zu kriegen und alle anderen damit anzustecken,
um vier Uhr früh aufzustehen und einen Berg hochzuradeln, damit man dem Sonnenaufgang entgegen tanzen kann (… oder lieber gleich dort übernachtet und mitten in der Nacht von der Polizei geweckt wird, weil man im Weg rumliegt).

Aber ist das nicht auch Blödsinn,
zu glauben, man käme tatsächlich irgendwo anders an als am Ende?
Oder irgendetwas auf dieser Welt gehöre einem,
wenn man doch sogar sich selbst nur vom Leben geliehen hat.
Ein Dagegen zu suchen, statt einem Dafür oder
genügend Lebensmittel für alle Menschen zu produzieren und die dann nicht richtig aufzuteilen,
seine eigene Gattung als die Krönung der Schöpfung zu betiteln und deshalb
Tiere als weniger wertvoll zu empfinden oder Kinder und Alte nicht ernst zu nehmen.
Gegenstände anzuhäufen, die alle verwelken wie du selbst und
sich über Religion zu streiten, wenn es im Kern doch immer um das Gleiche geht.
Grenzen zwischen Ländern zu ziehen, wenn unsere Füße alle auf derselben Erde stehen
oder Menschen nach Nationalitäten und Geschlechtern zu unterscheiden.
Lebensmittel in Plastik zu verpacken oder Sachen zu essen,
von denen man gar nicht weiß, was drin ist.
Zu vergessen, welch Privileg es ist, dass wir Wasser aus der Leitung trinken können (Alter Schwede, die Menschheit hat schon krasse Sachen ermöglicht) und
zu verdrängen, welch Potential dem innewohnt, wenn wir uns miteinander verbinden
zu zweit, zu dritt, zu viert, zu achtmilliardenst –
ein kollektives Bewusstsein, das die Welt aus den Angeln hebt.

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Darum, lieber Jonas,
wenn du mich fragst, was Blödsinn ist,
dann lautet meine Antwort:

Das können wir zum Glück selbst entscheiden.
Auch, welchen wir mitmachen wollen.

Widersprüche im ewigen Kreis

Das menschliche Dilemma der Paradoxa
Unser Beurteilungsvermögen ist von der Gegensätzlichkeit geprägt. Wir werten, indem wir miteinander vergleichen – und haben dadurch eine Welt der Kontraste gebaut. Schön hässlich, angenehm schmerzhaft, hell dunkel, wahnsinnig klar.
Diese Fähigkeit zur Differenzierung ist in der Tat ziemlich nützlich, um Entscheidungen zu treffen. Da hat unser Gehirn wiedermal einen klugen Schritt weiter gedacht. Indem wir Zustände durch Bewertungen nicht nur voneinander unterscheiden, sondern auch miteinander in Relation setzen können, haben wir ein extrem machtvolles Werkzeug zur Hand, um selbstständig gute Wahlen für unser Leben treffen zu können. Wir können damit über gemachte Erfahrungen reflektieren, sie einsortieren und entscheiden, wie wir die Zukunft vor diesem Hintergrund gestalten möchten.

… Aber die Medaille hat natürlich zwei Seiten (wie sollte es auch anders sein, genau das meinte ich ja, mwuah). Denn die Bewertungsgabe nimmt uns logischerweise die Neutralität. Und das ist für mich die naturgegebene Grenze des menschlichen Verstandes – er kann super differenzieren und bewerten, aber er bleibt darum verhaftet in seiner Gegensätzlichkeit. Mit dem Verstand schaffe ich die Grenzen, kann sie aber nicht auflösen.
Denn was er nicht fassen kann, ist der – ich nenne ihn liebevoll – weltliche Einheitsbrei. Äh hä? Ja warte, ich erklärs gleich. Nur Geduld. Von vorne:

Form vergeht
Brechen wir es mal herunter auf die krassesten beiden Pole. Da ist die Geburt, die dem Tod gegenüber steht. Ich wette, dein Verstand hat da außerdem direkt Bewertungen für anzubieten. Vielleicht wird der Tod schon im ersten Eindruck weniger angenehm wahrgenommen als der Gedanke an ’neues Leben‘.
Wir wissen zwar theoretisch, dass es das Eine ohne das Andere nicht gibt, aber zumindest mein Kopf zieht schnell eine Grenze und sagt: Ooh, da aus dem Samen wächst ein neues Pflänzchen, wie schön, jaaaa. Was, da hinten liegt ein toter Vogel? – Bleib mir bloß weg damit!

Geburt und Tod sind also zwei scheinbar unvereinbare Gegenteile. Wäre da nicht etwas zwischen ihnen, einen Moment, ich glaube, es hieß: Leben.
Und dieses mysteriöse Leben scheint die zwei Worte sogar sehr zuverlässig miteinander zu verbinden.
Macht unser Verstand eine Trennung zwischen Geburt und Tod? Ja.
Gibt es aber eine reale Trennung, wenn diese beiden Zustände doch so unleugbar durch das Leben miteinander verbunden sind? Es gibt den einen Zustand ohne den anderen schließlich nicht.

Im ewigen Kreis
Jaa, für den Verstand ist das schwer begreiflich – der findet natürlich, dass das zwei völlig verschiedene Dinge sind. Aber trotzdem existiert doch beides auf dieser Welt, im selben Augenblick stirbt etwas und gleichzeitig wird etwas anderes geboren. Um dem einen Hut aufzusetzen: Das Andere wird sogar aus und auf der Asche des Einen geboren.

So entsteht der fast komische Widerspruch, dass ich Brennesseln sammele, die wochenlang im Wasser ertränke, bis sie sich völlig aufgelöst haben und damit schließlich anderen Pflanzen beim Wachsen (also geboren werden) helfe. In dem Fall nennen wir das Düngung und haben wenig Bedenken – aber wenn es darum geht, dass auch menschliches Material vergilbt (Wirf mal einen Blick in den Spiegel, da kann man jeden Tag live zugucken, wie das passiert) und sich am Ende mit der Erde vereint, zu Staub wird und neues Leben darauf wächst … dann fühlt sich das plötzlich gleich viel bedrohlicher an.

Müll existiert nicht
Damit zurück zum weltlichen Einheitsbrei: Der entsteht nämlich für mich, wenn man dieses Phänomen einmal aus der Ferne betrachtet. Etwas entsteht, wächst, befruchtet, gedeiht, blüht, tanzt, verwelkt, stirbt, zerfällt in seine Einzelteile, wird Staub und ist dann Nährboden, entsteht, wächst … blablabla. Es ist – ein Kreislauf. Ein Kreislauf, dem ständig neue Formen entspringen: Dinos, Steine, Tulpen, Menschen, Schnee, Walnüsse, Schnecken, Palmen, ihr versteht vielleicht, was ich meine.
Nichts auf dieser Erde geht verloren, alles ist immer da. Es verändert laufend seine äußere Form, aber die Essenz verschwindet niemals. Deshalb ist das Konstrukt des Mülleimers eigentlich auch Schwachsinn, denn er birgt diese verlockende Illusion, man könne etwas ‚loswerden‘. Quark! Wir sind ein irrer Verwertungskreislauf, aber nichts kann tatsächlich vernichtet werden, alles ändert nur seine Form.
Natürlich kann man einen Wald niederbrennen, aber seine Essenz liegt dann trotzdem noch auf dem Boden, ist in der Luft, hat völlig den Zustand verändert, aber ist niemals weg im Sinne von nicht-mehr-existent. Na klar ist da noch etwas existent, nur halt: Anders.

Der Verstand kann das aber nicht wirklich begreifen. Er kann es gedanklich nachvollziehen, wenn ich sage, dass sich nichts in Luft auflöst und in der Asche die Überreste des Baumes sind – aber er kann es nicht be-greifen. Was vermutlich damit zusammenhängt, dass der Verstand keine Hände hat. Damit sind wir dem ganzen Geheimnis schon ziemlich nah gekommen: Das Wesentliche kann man eben nur fühlen. Manchmal mit den Händen. Manchmal anderweitig. Aber …

… der Verstand hat keinen Zutritt zum Mysterium (Veit Lindau)
Das skeptische Naturell unseres Verstandes entspricht einer seiner größten Fähigkeiten: Er ist begrenzt. Für ihn wird im Tod wahrscheinlich immer eine gewisse Bitterkeit liegen (und das ist auch okay), aber da sind wir wieder mitten im menschlichen Dilemma angelangt: Das Leben ist schrecklich paradox, wenn man versucht, es mit dem Kopf zu kapieren. Alles steckt voller Widersprüche.

Eine Ebene tiefer gibt es die nicht mehr. Löst man die Bewertungen der Dinge auf, verschwimmen mit ihm die Grenzen zwischen den einzelnen Formen. Dann ist Geburt und Tod untrennbar miteinander verbunden, denn das Leben zieht eine Brücke zwischen ihnen. Dann gibt es Zeit nicht mehr als Gestern-Heute-Morgen, sondern sie wird zum allgegenwärtigen Jetzt. Dann gibt es nicht mehr dich und mich, sondern bloß noch diesen Funken Bewusstsein, den wir miteinander teilen.

In dieser Bewertungsfreiheit liegt wahrer Frieden begraben. Es gibt kein Gut und Schlecht, denn alles I S T. Bewertung ist ein Konzept, das man auf die Realität drauflegen kann und der sehr viel Nützlichkeit innewohnt, aber gemäß seiner Dualität auch ein Schatten. Der Schatten, das alles zwei Seiten bekommt. Eine helle und eine dunkle.
Dem Leben selbst ist das vollkommen egal. Das Leben lebt. Es lebt, wenn wir es scheiße finden und es lebt, wenn wir es gut finden. Es lebt, wenn wir geboren werden und es lebt weiter, wenn wir sterben. Ist das schlimm? Nur, wenn wir es bewerten.

Ein Fazit
An dieser Stelle möchte ich das Wunder des Verstandes noch mal huldigen. Denn es passiert mir öfter, dass ich mit meinem Kopf im Streit liege, weil er Sachen bewertet – ich deswegen schlechte Laune habe und mich darüber aufrege, dass er alles immer gleich bewertet. Alter, der kann so ne Nervensäge sein. Dabei will ich doch nur Frieden.

Aber es ist eine sehr, sehr mächtige Fähigkeit, dass wir werten können. Wir können unseren Verstand damit sehr bewusst einsetzen und ihn als Instrument benutzen, um auf dieser Welt die Formen zu erschaffen, die uns guttun.
Denn: Es gibt keinen Müll! Nichts verschwindet! Und wenn wir tonnenweise Material zu Plastik verarbeiten, haben wir diese Formen zwangsläufig eine Weile (und diese Weile wird unser eigenes Leben wohl deutlich überschreiten) auf unserem Planeten.
Ja, auch Plastik ist ein immens praktischer Stoff, aber da greift wieder die Zweiseitigkeit der Medaille (woah, wie oft denn noch heute? …. Ne im Ernst, guckt mal in deinem Alltag, da findet man dieses Prinzip ständig. Wie oft kannst du es für dich zum Besten nutzen?).

Deshalb liebe ich meinen Verstand dafür, dass er differenzieren kann und auf diese Weise unsere Erde aktiv mitgestalten. Mein Konsumverhalten entscheidet grundlegend mit, welche Formen diese Welt weiterhin zum Vorschein bringen wird. Deshalb kann man sich überlegen, welche Formen man gerne mag.
… Strumpfhosen? Bäume? Gras? Tontöpfe? Geschlachtete Schweine? Taschentücher? Bananen? Cola? Zahnbürsten und wenn ja, wie viele?
Egal was. Alles, was du berühren kannst, ist eine Form.
Gefällt sie dir? Magst du, dass sie weiter Bestand hat? Was für Konsequenzen hat diese Form? Gefallen dir die wiederum?
Und so können wir unseren Verstand richtig fett geil dafür einsetzen, auf diesem Planeten die coolsten Formen zu formen, die uns einfallen. Oder auch das Gegenteil. Ist unsere Entscheidung. Dafür haben wir schließlich einen Verstand.

… und manchmal relativiert der sich sogar von ganz allein:

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Ooooh, ne Katzeeee. Aaah, die liegt ja schon wieder in meinen Pflanzen!! Die soll doch ni- aah, egal. Verdammt, ist die süß.

Wie ich loslasse

Loslassen befreit
Nachdem ich letzte Woche festgestellt habe, dass nicht das Loslassen, sondern eben das Festhalten schmerzhaft ist – habe ich mich damit beschäftigt, wie ich an diesen Zustand der Durchlässigkeit herankommen könnte und das Loslassen besser lernen.
Dabei ist mir zufälligerweise der passende Satz ganz von selbst über den Weg gelaufen. Scheinbar zufällig, denn wenn ich eines mittlerweile verstanden habe, dann das Resonanzgesetz! Ich muss nur die Augen aufmachen und solche Sätze passieren:

Die Energie folgt der Aufmerksamkeit
Für mich bedeutet das so viel wie: Da wo meine Aufmerksamkeit sich befindet, ist auch meine Energie. Sie ist gebunden an meinen Fokus.
Als ich vor einigen Jahren so in der Bulimie verhangen war, ist ein ständig wiederkehrender Gedanke gewesen: Ich will die Essstörung loslassen.
Dabei habe ich logisch schlussgefolgert: Wenn ich etwas loslasse, entsteht Raum.
Diesen Raum muss ich mit Etwas anderem füllen. So bin ich darauf gekommen, dass die aktive Aufgabe nicht darin bestand, die Bulimie loszulassen, sondern mich neu zu orientieren und meinen gedanklichen, zeitlichen und emotionalen Raum anders füllen zu lernen.
Loslassen bedeutet in diesem Sinne für mich eine Umorientierung.
Alles, was man in seinem Leben nicht möchte, verschwindet oft automatisch, sobald man sich auf jenes ausrichtet, das man eigentlich will.
Deshalb entstand das gefühlte Paradoxon, dass ich mich etwas (anderem) zuwenden muss, um etwas loszulassen. Das war total erleichternd, denn das bedeutet, dass ich immer etwas aktiv tun kann.

Sobald ich nämlich versuche, etwas bewusst loszulassen, richte ich meine Aufmerksamkeit auf eben diese eine Sache, die ich eigentlich loslassen möchte. Geht die dadurch weg? Ganz im Gegenteil … und das habe ich in einer lebenslangen Selbststudie mehr oder minder unfreiwillig sehr viel getestet. Glaube mir oder probiere es einfach selbst aus: Denk mal jetzt bitte nicht an lila Eisbären.
Na, wie lange hat es gedauert, bis dein Kopf ein inneres Bild gezaubert hat?
Im Gehirn gibt es das Wort nicht nicht.

So beschäftige ich mich mittlerweile nicht mehr mit dem Loslassen an sich, sondern lieber mit dem, was ich in meinem Leben manifestieren möchte.
Richte ich meine Aufmerksamkeit nämlich auf das, was ich eigentlich möchte, lässt das Andere – völlig ohne mein (hin)Zu-tun – einfach mich los.

It’s simple but not easy
Im Nachhinein klingt das alles so logisch, dass ich mich gewundert habe, wieso ich da nicht früher drauf gekommen bin und warum ich das nicht öfter tu: Loslassen. Umorientieren. All diese schlauen Dinge. Trotz unschlagbarer Logik zieht es mich doch oft zum Gewohnten zurück. Trotz allem halte ich mich teilweise sogar lieber an schmerzhaften Geschichten fest, anstatt weiterzuziehen.
Müsste die Menschheit nicht durchweg glücklich sein, wenn es doch so einfach ist?
Wo kommt der Widerstand her, sich dem Loslassen hinzugeben?
Aus meinem Verständnis heraus entsteht es aus der Angst des Egos vor dem Tod.

Das mysteriöse „Ego“
Ich habe es für mich mittlerweile so definiert: Das Ego ist mein innerer Namens-Geber.
Mein Persönlichkeits-Macher. Mein Mein-Sager. Es setzt mich in Beziehung: Zu mir, zu Anderen und zur Welt. Es ist der Ort allen Definierens und Beurteilens.
Hier sind sie zuhause: alle fixen Ideen meines Gehirns. Manchmal auch als Wissen betitelt, wie die Welt so ist und den Vorstellungen darüber, wie sie vor allem zu sein hat.

Jetzt kommts aber: ICH bin das nicht. Ich lebe nämlich auch, wenn ich nicht denke.
Mein Ego weiß das bloß nicht, weil es selbst eben nur mittels Denken existiert. Es bastelt mein „Ich“ schließlich aus diesen Bezügen, die es herstellt: zur Vergangenheit und eventuellen Zukunftsplänen, Freundeskreis, Beruf – eben all dem Blabla in dieser Welt, was einem wieder weggenommen werden kann, weil es eine äußere Form ist.
Der Tod des Egos (nicht der Tod meiner Existenz!) ist also das Alleinsein = die Bezugslosigkeit.

Der Widerstand gegenüber dem Loslassen entsteht dementsprechend aus der Angst vor dem Alleinsein – womit nicht primär physisches Alleinsein gemeint ist (aber auch).
Sobald ich etwas loslasse, bin ich nämlich „alleiner“ als vorher!
Ganz egal, ob es sich dabei um einen Menschen, eine Erinnerung, einen Gegenstand oder eine Vorstellung von der Welt handelt.

Das Problem: Sobald ich denke so ist es / sollte es sein und die Welt ist nun mal anders, tut es weh (was fällt der eigentlich ein!).
Da Leiden aber nicht mein favorisierter Seinszustand ist, habe ich also überlegt, wie ich mit diesem Protest, den das Ego mir gegenüber meiner Durchlässigkeit bietet, umgehen könnte.
Mein Ehegelübde drückt das folgendermaßen aus – kurz, knapp und radikal:

Ich bin bereit, mein Ego
ein ums andere Mal sterben zu lassen.
Eigenhändig werde ich es auf den Scheiterhaufen stellen
und freiwillig anzünden.
Ich bleibe im Feuer stehen und fühle.

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Oh oh, ich ahne schon, was kommt …
ja, ich habe eine äußerst konkrete Antwort gefunden.
Allen Schmerz auf allen Ebenen bewusst willkommen heißen!
Zu allem, einfach ALLEM ein großes JA aussprechen.
Jeder Situation, jeder Emotion, jeder Erfahrung:
Einfach nur JAAA, ich bin DAAA! Komm in meine Arme, Schmerz.
Weil nämlich:
Jedes Nein der Außenwelt entlarvt mein eigenes Glaubenssystem.
Und immer, wenn es wehtut, weiß ich:
Aha, die Paula klammert sich gerade an einem Gedanken fest.

Anschließend löse ich meine Identifikation damit, indem ich anerkenne, dass Gedanken nicht die Wahrheit, sondern nur Worte sind; mache die eigentliche Realität ausfindig und stelle mich damit Tag für Tag mitten ins Feuer. In das Feuer meines Festhaltens.

Alles, was mir das Leben von sich zeigt, wird seither offenherzig begrüßt:
Her mit den Erfahrungen, vor denen mein Ego sich fürchtet!
Sag mir alles, was mein Verstand nicht hören will, Leben!
Gib mir alles, vor dem ich Angst habe!
… und naja, zum Offen-Herzig begrüßen: Das klappt eben mal mehr, mal weniger gut, nüschwahr.

Ich versuche aber zumindest, es jeder Begegnung mit der Welt auf diese Weise zu erlauben, mich näher zu mir selbst zu bringen. Denn je öfter ich auf den Schmerz stoße und das zulasse, desto besser kann ich mich selbst erkennen. Schmerz ist der zuverlässigste Indikator für mich, um herauszufinden, was ich tatsächlich für wahr halte (wahr halte: Was mein Ego sich also alles an Definitionen, Wahnvorstellungen, fixen Ideen, geglaubtes Wissen in der Summe zusammengeschustert hat).

Begegnungen mit anderen Menschen funktionieren besonders gut, weil ich sehr konkret spüren kann, wann ich mit innerer Ablehnung reagiere.
Und es ist wahnsinnig spannend zu sehen, auf was mein Verstand anspringt: „Du bist hässlich.“
Das tut weh? Aha. Spannend. Warum? Weil ein Teil meiner Identifikation wohl mit meinem Aussehen zusammenhängt. Weil ich mich wohl an meinem Aussehen irgendwie festhalte.
Aber mein Körper wird alt, grau und verwesen. Meinen Körper kann ich nicht nur, sondern WERDE ich verlieren.
Was bleibt, das ich nicht verlieren werde?
Kann ich meine emotionale Identifizierung von allem lösen, was ich verlieren werde?

Du bist NICHTS. Ich trenne mich von dir. Ich sage unser Treffen ab. Veganer sind alle dumm. Du lebst in einer Traumwelt. Ich komme nicht mit dir klar. Mir gefällt dein Charakter nicht. Wir, DIE GANZE Menschheit, haben gemeinsam beschlossen, dass genau DU nicht liebenswert bist…
… in dem Zuge, dass ich spüre, was alles wehtut, kann ich herausfinden, womit mein Verstand sich identifiziert hat. Und wenn ich das loslasse, in dem ich dazu JAAA sage, sehe ich was wirklich IST.
Und so kommt:

Jeder Mensch, jede Situation ist: Gott
Denn das Schöne ist: Ich muss nur morgens aufwachen und beginne schon mit den Projektionen. Alles ist mein Spiegel. Alles, das in mir IRGENDETWAS auslöst, führt mich nachhause:
Zum Sein. Zur puren Gegenwärtigkeit.
Jedenfalls … wenn ich es zulasse! Das klingt beängstigend und tut weh. Jedenfalls … rede ich mir das ständig ein, weil ich die Emotionen, die es auslöst, als Schmerz betitele. Allerdings habe ich auch schon mal spüren können: Dieses Gefühl, das ich da als Schmerz betitele, ist meistens vor allem eine Form von krasser Intensität. Eigentlich eine aufregende Sache! So gegenwärtig muss ich in den Momenten nur erstmal sein, das zu bemerken.
Darum … Schmerz, wirklich? Oder einfach nur Intensität? Oder Energie? Oder etwas ganz anderes? Dazu ein schöner Satz, den ich gerne beherzige, wenn es mir (mal wieder) richtig fett schlecht geht:

When we hit our lowest point, we are open to the greatest change (Aang)
Denn je tiefer ich da reingehe, je öfter ich eben nicht kriege, was ich will und genau das vollends annehme und bejahe – desto mehr Schalen kann ich knacken. ( … yey.)
Das sind tausend Tode für mein kleines, verletzliches, ängstliches Ego mit all seinen mannigfaltigen Bedürfnissen … aber es führt mich immer weiter nach innen:
Wenn alles andere weggeht, WAS BLEIBT? Was bleibt übrig von mir?

Ich bin bereit, es weiter herauszufinden!
Es ist nämlich total erleichternd, loszulassen. Die (geglaubte) Kontrolle über das Leben abgeben. Sich zurücklehnen, die kraftraubenden Beurteilungen aus der Welt rauszunehmen – und zu ergründen, wie die Realität dahinter tatsächlich aussieht.

Zusammengefasst also
handle ich primär „einfach“ zielorientiert meinen Werten entsprechend, indem ich diese aktiv in die Welt hinaus trage. Im Innen UND Außen richte ich mich ein ums andere Mal ruhig und klar auf das aus, was ich gerne in meinem Leben manifestieren möchte.

Gleichzeitig gebe ich mich so offen wie (mir zu dem Zeitpunkt) möglich allen Menschen und Situationen hin, die mir das Leben anbietet – und lasse auf diese Weise alle fixen Ideen los, wie die Welt auszusehen hat oder das Leben sein soll. Denn sobald das Schmerz auslöst, werde ich mit einem inneren JAAA durchlässig für ihn, weil (und erst wenn) ich bereit bin, ihn auch ehrlich zu fühlen.

So sortiert sich mein Leben schließlich von ganz alleine – und beginnt mir zauberhafterweise in die Hände zu spielen. Ich muss nur noch die Augen aufmachen und dafür wach werden, was es mir denn in der Realität anbietet – und das funktioniert so viel besser, wenn ich nicht mehr kramphaft verbissen nach dem suche, wovon ich denke, dass es mir das Leben jetzt anbieten müsste.